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Grundwasserverseuchung in Korneuburg vertuscht

rebloggt von BioBella | 24. September 2012 13:42 Uhr

 

Wer glaubt, sich auf Aussagen von Behörden verlassen zu können, liegt falsch. Leider steht Vertuschung immer noch an der Tagesordnung – sogar wenn es um die Bedrohung von Mensch, Tier und Umwelt geht!

 

Chronologie des Grundwasser-Skandals in Korneuburg

Im August 2010 ereignete sich bei der Firma Kwizda ein Unfall bei dem Wasser aus dem Waschwassertank ausgeronnen ist. Nach der Meldung bei der Behörde wurden umgehend Sperrbrunnen errichtet.

Nachdem eine Brunnenwasseruntersuchung im März 2011 Belastungen mit Thiamethoxam in 80facher Überschreitung des Grenzwertes ergaben wurden von der Firma Kwizda zusätzlich Kohlefilteranlagen errichtet. Das dadurch angeblich gereinigte Wasser wurde in den Donaugraben geleitet. Die damals eingebrachte “Anzeige gegen Unbekannt” von BR Elisabeth Kerschbaum wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Grundwasserverseuchung in Korneuburg aufgedeckt

Die Bezirkshauptmannschaft freilich hüllt sich seit damals in Schweigen. Auch zahlreiche Anfragen von besorgten Bürgern, die von missgebildeten Pflanzen sprachen, die mit Brunnenwasser gegossen wurden blieben bei der BH ungehört. Über ein Jahr lang war auf der Gemeinde Homepage zu lesen, dass das Wasser unbedenklich sei.

Seit letzter Woche sind diese Meldungen von der Website verschwunden, denn nach der Aufdeckung des Umweltskandals durch Global 2000 und dem damit gestarteten medialen Interesse (ORF, Standard, etc.) ist das Ignorieren des Problems nicht mehr möglich.

Hochgradige Kontamination des Grundwassers

Die Untersuchungen von  Global 2000 haben ergeben, dass sich im Grundwasser nicht “nur” das bekannte Pestizid Thiamethoxam, sonder auch Clopyralid – und zwar in einer 570fachen Überschreitung des Grenzwertes – befindet. Weiters wurde im Korneuburger Grundwasser eine Reihe anderer Chemikalien festgestellt: Butylhydroxytoluol (BHT), Tributylphosphat (TBP), Phthalate sowie Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). Während es sich bei den PAKs um typische Umweltschadstoffe handelt, die zumeist von Altlasten wie etwa Deponien her stammen, handelt es sich bei BHT, TBP und Phthalaten um klassische Industriechemikalien.

Sperrbrunnen und Kohlefilter waren also nutzlos und so sprudelte rund ein Jahr das verseuchte Wasser in den Donaugraben (Karte Kontaminationsgebiet) – das ganze ohne behördlichen Bescheid! Jetzt ist endlich ordentlich Staub aufgewirbelt. Sowohl Sperrbrunnen als auch Kohlefilteranlagen wurden stillgelegt – die Einleitung des kontaminierten Wassers in den Donaugraben wurde behördlich gestoppt.

PS: Nachdem das Wasser ja bekanntlich flussabwärts rinnt, sollten sich bitte auch alle Wiener betroffen fühlen und sich Gedanken darüber machen, was so alles in die Donau gepumpt wird…

Quelle: Grundwasserverseuchung in Korneuburg vertuscht | biokontakte.com.

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